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Best of Kanton Bern 2018 Treff Galerie

Die Quadratur des Kreises einmal anders!

Normalerweise spricht man vom «Kunst am Bau», in Bern, im Restaurant Treff zuunterst an der Gerechtigkeitsgasse, trifft die Feststellung «Kunst im Bau» besser zu. Und tatsächlich: Geschäftsführer Jaswant Singh weiss nicht bloss, wie man mit Gästen aus der ganzen Welt gastronomisch umgeht, er ist auch ein Künstler, was Linien, Kreise und Worte angeht.

«Nein, irgendwann habe ich mich während meiner Schulzeit in Physik, Chemie und Biologie gelangweilt, habe während des Unterrichts grafische Zeichnungen zu Papier gebracht», antwortet er auf die Frage, ob seine Begabung auf familiäre Gene zurückzuführen sei.

Grafischer Gastronom? Gastronomischer Grafiker?

Ein Freund wollte zum Schluss der gemeinsamen Schulzeit wissen, weshalb er sich denn nicht an der Kunstgewerbeschule in Kuala Lumpur anmelden wolle. Jaswant Singh: «Das war sozusagen der Urknall für mich, das tatsächlich zu tun.» Vier Jahre später hat er die Spezialausbildung auf Werbegrafik abgeschlossen. Und dennoch: Er ist nicht Grafiker geworden, sondern hat die Geheimnisse der Schweizer Kochkunst und Gastfreundlichkeit in den vergangenen 25 Jahren von der Pike auf gelernt. Dennoch hat ihn die Quadratur des Kreises nie losgelassen. Seine Kunst hängt heute in den diversen Räumen des Restaurants Treff. Wer sich damit auseinandersetzt und dazu nochdas Glück hat, mit Jaswant Singh darüber, zur sprechen, für den öffnet sich eine Welt, die kaum Grenzen kennt und, im Gegenteil, die Fantasie des Betrachters anregt.

Der gelbe Punkt in der Mitte

Der Kreis, so Jaswant Singh, stehe stellvertretend für das Namenlose, derweil der gelbe Punkt in der Mitte, von dem alle seine Werke ausgehen, jene Farbe darstellt, die zuoberst in seiner Pyramide steht, vor allen anderen Regenbogenfarben, die an der Basis von Rot und Blau zusammengehalten und zum Teil gemischt werden, zu Orange, oder zu Grün. Waagrechte Linien zerlegen die Ober- und die Unterwelt, sie sind auch Sinnbild für die urmütterliche Energie. Senkrechte Linien wiederum, so der Künstler, stehen für die Verbindung des Weltlichen mit dem Heiligen, sie versinnbildlichen eine alles durchdringende Energie. Das Weltenkreuz schliesslich verbindet die urmütterliche Substanz mit Energie, wodurch ein Mittelpunkt entsteht, von dem alles ausgeht.

«Ohne Titel»

Die Spirale, ein zentrales Element in seinen Werken, steht für das Werden und die Dynamik des innewohnenden Prozesses. Nirgend ist diese Symbiose besser zu sehen als bei einem gross(artig)en Werk, das im Hauptraum hängt und hier als grösstes Werk abgebildet ist. Dieser Druck auf Papier zieht den Betrachter förmlich in sich hinein – oder stösst ihn hinaus, ganz nach der individuellen Vorstellungskraft. Weshalb hat das Bild keinen Namen, zum Beispiel «Urknall»? Jaswant Singh schmunzelt: «Darüber habe ich noch nie nachgedacht. Vielleicht kommt es so seiner Aussagekraft am nächsten, ohne Titel.» Keine schlechte Antwort. Das Werk ist zeitlos, entsprechend führt es in eine Dimension, die weder Raum noch Zeit kennt. Auch bei diesem Bild gilt: Schauen Sie es sich hier im Magazin 30 Sekunden lang an, konzentrieren Sie sich auf den Mittelpunkt. Wenn Sie nun Ihren Blickwinkel verändern und auf eine weisse Fläche schauen, wird das Bild wieder vor Ihren eigenen Augen erscheinen, wenn auch in adnerer farblichen Zusammensetzung.

Zeitgenössische Künstler verdienen es … provoziert zu werden. Deshalb die Frage, ob seine Werke nicht ganz einfach das Ergebnis von Computeranimationen seien? Er widerspricht ganz sachlich, nachvollziehbar: «Sehen Sie, genau so, wie Sie für Ihre Arbeit das Word-Programm als Unterstützung nehmen, ist es nicht dafür verantwortlich, was schliesslich in die Tasten kommt. Selbstverständlich bediene ich mich ebenfalls technischer Hilfsmöglichkeiten, aber mit dem Werk als Ganzes haben sie nichts zu tun.»

Die Planeten

In einem der Räume hängen sechs kleinere Werke nebeneinander, die mit den sechs ersten Namen der Planeten bezeichnet sind (aus Platzgründen hängen Uranus und Neptun in einem anderen Saal). Sie basieren auf höheren Graden der Symmetrie und gehen von mehreren Symmetrieachsen aus. Die einfachste Art der Symmetrie ist dabei das uns allen bekannte Spiegelbild. Eine Figur ist dann symmetrisch, wenn man sie durch eine Gerade ziehen kann und zwei spiegelbildliche Teile entstehen. Multipliziert man sie, so erinnert das an ein Kaleidoskop. Diese Planeten erinnern an eine Zeit vor ungefähr 15 Jahren, als ähnliche Bilder zu sehen waren, aus denen sich nach längerer Betrachtungszeit eine 3D-Figur herausschälte. Auch bei seinen Bildern? Jaswant Singh winkt ab: «Nein, sicher nicht. Ein Bild darf keine optische Täuschung sein, keine optische Illusion, sonst verliert es automatisch seine Aussagekraft.» Das alles ist im Restaurant Treff an der Gerechtigkeitsgasse 12 zu sehen.

«www.l-xo.com»

Auf dieser Seite bilden wir Ihnen kommentarlos auch eine weitere Stärke von Jaswant Singh ab: Worte. Und - Frage zum Schluss: Was hat es mit seiner aussergewöhnlichen Website auf sich? Ganz einfach: Es geht hier um Senkrechtes, Waagrechtes, um Kreuze und um Kreise. Logisch, nicht wahr?!